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Station 42

4. Fastensonntag "laetare", vgl. 6. Sonntag

Heiligkreuz in Jerusalem

Lesung Galater 4,22-31

Evangelium Johannes 6,1-15

 

Die Messen in Heiligkreuz bei Jerusalem zeigen den geistlichen Fortschritt an. Nacheinander. Die grosse Menge Menschen welche zum Heiland kommt sind die unzähligen Kinder der Sarah; ein Vorspiel zur Weiheliturgie wo der Bildungsabgeordnete zum Bischof sagt: Ehrwürdiger Vater,  die Kirche bittet dich, diese Brüder zu weihen. Die zwölf Körbe an Brotresten symbolisieren den Glauben der zwölf Stämme Israels.

Das eucharistische Opfer der Kirche ist ein apostolisches Werk. Die fünf Gerstenbrote und die beiden Fische des von Philippus gefundenen Knaben zeigen Glauben und Tugend an, der Knabe selber den vom Apostel angeheuerten Beruf.

Das ganze apostolische Werk geht vom Heiland aus welcher die Interessen steuert und die Gerufenen bestätigt und die Arbeiter versammelt. Die Apostel sind auch die Arbeiter und die Gläubigen.

Das Galaterkapitel 4 wird sonst noch am Sonntag in der Weihnachtsoktav vorgetragen bei der Weissagung der Witwe Anna. Sie zeigt mit ihren 84 Jahren auch die dogmatische Verkündigung der Kirche voraus. Anna ist der Name der Gnadenoffenbarung. Das Kapitel 4 im Galaterbrief ist Kapitel 49 im corpus paulinum, 49 ist Symbolzahl des Introitus: der Priester stösst zum Allerheiligsten vor.

Sowohl Moses vor dem brennenden Dornbusch als auch die Jünger im Evangelium und die Engel bei der Eiche von Mamre sind Vorgeladene. Sie kommen um die Nachkommenschaft anzuzeigen. Auch der zweite Sohn Jakob des Isaak wird ein Vorgeladener sein, vorgeladen im Sinne des Anschauens im Licht der Herrlichkeit, welche der Prophet Jesajas im Tempel gesehen hat. Jakob hat Esau vor sich und sagt zum Vater Isaak: ja, ich bin dein Sohn (Station 34).

Das grosse Thema ist die Hilfe am Ewigen Leben.

 

Am Donnerstag der nächsten Woche, Station 53, wird Maria Magdalena diese Rolle des Vorgeladenseins anzeigen.        Sie symbolisiert die ecclesia conversa, die kommenden Gläubigen in der Glorie Abrahams (Station 49).

Die Hilfe am ewigen Leben sehen wir am zweiten Adventssonntag im sprechenden Heiland, am Karfreitag im ewigen Wort Gottes, dessen menschliche Hülle am Kreuz stirbt. Der Heiland lädt vor: den Täufer, die Gläubigen, die Opfergaben.

Kirchenjahr

2005

  
  
 
 

Station 43

Montag der 4. Fastenwoche, vgl. Kirchenlehrer Athanasios

Vier Gekrönte

Lesung 1 Könige 3,16-28

Evangelium Johannes 2,13-25

 

Die Lesung zeigt den praktischen Segen der Erstgeburt: die Mutter des lebenden Kindes überlässt es der anderen um den toten Glauben des alten Volkes Israel wieder zum Leuchten zu bringen. Das salomonische Urteil leitet sich ab aus der selbstsprechenden Wahrheit. Die Wahrheit lässt nicht sterben.

Im Evangelium will sich Jesus den Menschen nicht anvertrauen, denn ER weiss: der Tod kann das Leben nicht sehen. Das Gnadengeschenk der dogmatischen Erkenntnis ist Voraussetzung für den neuzeitlichen Tempel-bau. Das zeigt sich in der beschränkten Naturwissenschaft des Salomon und später in den dogmatischen Bullen.

Die Kirche sieht die Wahrheit im eucharistischen Opfer. Das eucharistische Opfer leistet den Tod sakramental um in den Heiligen die Gottes Rede zu verstehen. Heilig ist jener der auf das Leben zugunsten der Toten verzichten kann. Salomon ist töricht geworden und gestorben, weil die Ostergnade nicht in ihm wohnte, seine Wahrheit war vergänglich. Die Wahrheit der Kirche bleibt, darum der beibehaltene Name der Stationskirche. Ihr Code ist die Hälfte von Weihnachten, 86.

 

Die Namen der heiligen Martyrer waren beim Tod nicht bekannt so dass sie vorerst als Vier Gekrönte in die Heilsgeschichte eingegangen sind. Selbst nach einer übernatürlichen Offenbarung über deren Identität hat man die Bezeichnung Vier Gekrönte weitergeführt.

Gott weiss von Anfang an was ER macht, wohin ER gehen will. Was die Gläubigen später zu wissen bekommen haben sie von der spontanen Erleuchtung. Eine Heiligsprechung kann als liturgische Wahrheitsübermittlung bei der Priesterweihe betrachtet werden: die Kandidaten stehen vor Gott und ER weiss was sie sind, und die Welt weiss es erst später durch das öffentliche Leben.

Die Heiligen sind Gottes Sprache in der Welt. Eine Heilig-sprechung feiert das übernatürliche Urteil der Kirche.

Es kommt von der Weisheit des Wortes im Propheten drin, was der Erstgeburtssegen ist. Rebekka hatte ihn erkannt und den Erben Jakob vorgeschickt: die Gnade ruht auf den Nachkommen. Jesus ist der legitime Tempelerbe der sagen kann: ich bin der Sohn des lebendigen Gottes.

Kirchenjahr

2005

  
  
 
 

Station 44

Dienstag der 4. Fastenwoche

hl. Laurentius bei Damasus

Lesung Exodus 32,7-14

Evangelium Johannes 7,14-31

 

Dogmatische Proklamation durch den Heiligen Geist.

Der Papst ist Diener des heiligen Geistes; der Diakon (Laurentius) als niedrigster sakramentaler Weihenträger ist in seiner symbolischen Eigenschaft für Gottes Liebe in der Kirche grösser als jeder Papst. Die Verkündigung der Kirche ist Fundament ist ein Werk der Liebe und Grundlage des päpstlichen Wortes.

 

Dieser Tag entspricht typischerweise dem Erzengel Gabriel. Er sagte dem Propheten Daniel die kommenden Dinge voraus, welche durch den Heiligen Geist bewirkt würden. Papst Damasus verkörpert das Evangelium als Wort des ewigen Lebens. Graecis evangelium reddidit sagt das Breiver über ihn. Rückschau und Bestätigung. Den Griechen das Evangelium zurückgeben bedeutet soviel wie den Glauben der Alten rühmen. Im Gegensatz dazu steht die Pharisäertradition welche vom Heiland nicht bestätigt sondern weitergezogen wird.

Das kirchliche Dogma ist ein Eckstein in der Vergangenheit für die kommenden Völker. Jeder Papst als Stellvertreter Christi ist ein Prophet in der Kraft des Heiligen Geistes für das Gericht in der Welt.

Laurentius ist der häufigste katholische Heilige an Stationsmessen. Die vier Stationskirchen ausserhalb und innerhalb der römischen Stadtmauern sind ein architektonisches Zeichen für den im Apostel und Diakon Philippus wohnenden Dreifaltigkeitsglauben. Philippus vermittelt, und Laurentius gibt die Gnade. Und Papst Damasus lässt sie schauen: das alternierende Gloria Patri, nicht von ihm erfunden, aber liturgisch als Gnade erhöht.  Damasus hat ja mit Haus zu tun, so ist der dogmatische Kirchenglauben Grundlage der Evangelisierung der Völker.

Womit sich das Gabrielmotiv schliesst: die Kraft Gottes ist der Glaube der Kirche. Der Westen kehrt in den Osten zurück. Laurentius ist katholisch, weil er von Rom kommt, "dogmatisch", durch die liturgische Tradition bestätigt ist.

Kirchenjahr

2005

  
  
 
 

Station 45

Mittwoch der 4. Fastenwoche

hl. Paulus

Lesung I  Ezechiel 36,23-28

Evangelium Johannes 9,1-38

Lesung II Jesajas 1,1-16

 

Das Herz aus Fleisch. Warum kritisiert der Völkerapostel Paulus die Werke des Fleisches, wenn Gott selber ein Herz aus Fleisch hat ? Das Herz muss von Gott erfüllt sein.

Religiöse Empfindsamkeit. Gott will sich kennenlassen;    das Herz aus Stein ist Zeichen der Gesinnungskälte. Wer hat gesündigt ?

Dieser Mittwoch ist Prototyp für das Laienapostolat: Gott lässt sich schauen in Jesus, sehenkönnen ist Zeichen für die messianische Gegenwart.  Der Blinde kennt seine Sünden nicht (mehr) und beteuert die heutige Gnade. Auch die Sünden des Propheten interessieren ihn nicht, Hauptsache ist er kann nun sehen und die Pharisäer wollen nicht sehen dass sie von einem Begnadeten über die übernatürliche Gottesbeziehung belehrt werden.

Der Speichel aus dem Munde Jesu in der Erde symbolisiert die Menschwerdung als Grundlage der Kirchengenese. Wie aus Adams Rippe die Eva gemacht wurde, wird dem Blinden ein trockener Erde und lebendigem Speichel durchtränkter Teig auf das Auge gelegt mit der Anweisung sich waschen zu gehen.

Der Heiland fragt den Blinden was er wolle. Sehend werden. Antwortenkönnen ist auch eine Gnade. Auch diese Frage verweist auf die Menschwerdung zurück: der väterliche Wille im göttlichen Wort kommt zur Welt. Wenn ich in der Welt bin, so bin ich das Licht der Welt. Aber wenn ich nicht mehr da bin, kann niemand arbeiten. Jesus will in der Welt sein, denn sie gehört Ihm und er will dass sie zum Vater zurückkehrt.

Das ist der apostolische Charakter der Menschwerdung, dass die Menschenfamilie in der Gnade des Glaubens sich als heiliges Volk erkennt und in der Liturgie als solches erweist.

 

Der Laetaremittwoch ist typischerweise auch Maria Verkündigung; der Engel Gabriel kommt zur Muttergottes um ihr die Menschwerdung des Sohnes zu verkündigen. Auf ihr ja hin geschah die Ueberschattung durch den Heiligen Geist. Das weibliche Geschöpf (Maria, die Erde) soll den Hauch Gottes (Speichel Jesu, Heiliger Geist) empfangen und weitergeben.

Paulus als Apostel verkörpert die Gnade im Menschen, sie ist gering und allmächtig. Siehe auch Station 59 !

Kirchenjahr

2005

  
  
 
 

Station 46

Donnerstag der 4. Fastenwoche

hll. Silvester, Papst; und Martin, Bischof von Tours

Lesung 2 Könige 4,25-38

Evangelium Lukas 7,11-16

 

Der religiöse Gefallen. Die Sunamiterin hatte dem Elisäus Wohnstatt bereitet und hätte einen Wunsch äussern sollen. Weil sie von der Gnade keine Ahnung hatte, wollte sie nichts, und Elisäus liess sie innert Jahresfrist ein Kind haben. Nun ist es gestorben, weil der Mutter nichts daran gelegen war. Wie sie nun zum Gottesmann klagen kommt, schickt ihr dieser seinen Diener Giezi vor.

Auch im Evangelium kommt der Heiland zur seelisch betrübten Mutter und rührt deren Sohn an, aufzustehen.

Es ist ein Parallelismus zwischen Elias / Elisäus und Giezi einerseits, dem Ewigen Vater / Jesus und den Aposteln anderseits, und schliesslich zwischen dem Papst / dem heiligen Martin und dem gläubigen Volk dritterseits. Die Gnade wird ausgeschickt zu schauen wo sie fehlt.

Das eucharistische Motiv ist die Kenntnisnahme seiner selbst als Wohnstätte für Gottes Liebe. Zuerst will die Sunamiterin nichts von Elisäus Hilfe wissen, sie fixierte sich auf den irdischen Kummer. Elisäus griff ein, aber Giezi vermochte nichts, wie auch die Apostel oder die Gläubigen nichts vermögen, ohne beim bevollmächtigten Statthalter (Elisäus, Jesus, Papst) abzuschauen. Im Evangelium sehen wir das an der Bemerkung, dass die Bahrenträger stillgestanden waren. Die menschliche Hilfe hat ihre Erfüllung im Empfang des ungeschaffenen Wortes. Und dann ist sie nicht mehr nötig.

46 als Stationscode erinnert an die Tempelbauzeit: 46 Jahre. Es ist die Summe von 28 und 18, Bekenntnis zum Geheimnis. Die Kirche lebt aus der Anerkennung ihrer selbst. Bis Pfingsten sind nochmals 28 Stationen (Code 74): Das volle Heil besteht im liturgischen Bekenntnis der Kirche. 46 zeitliche Kirche, 74 ewige Kirche.

 

Papst Silvester und Bischof Martin von Tours als Stationsheilige veranschaulichen liturgisches Bekenntnis und religiösen Gefallen. Jener konsekrierte die grossen Basiliken, dieser profitierte davon und ist darum Vater des abendländischen Mönchtums.

Alle variablen Propheten an den Quatembertagen, alter Oster- und alter Pfingstvigil geben zusammen 46, letztere 18. Die Sendung der Heiligen ist das Vorbild der Ueberlieferung und Gegenstand des neuen Tempels in Apokalypse 21.

Das Evangelium kommt dreimal im Jahr vor: das zweite Mal zum Fest der heiligen Monika am 4. Mai und das dritte Mal am XV. Sonntag nach Pfingsten. Der heilige Augustinus verwendet es im Kapitel 7 seiner Confessiones zur Illustration seiner Bekehrung. Die Kirche ist besorgt um ihre Kinder; die am XV. Sonntag verwendete Epistel vom gegenseitigen Lastentragen kommt das ganze Jahr hindurch an den grünen Sonntagen zur Sext im Brevier. Die Heiligen bringen den Glauben weiter und zeigen im Gebet ihren Anteil an Gottes Mühe. Der XV. Sonntag ist normalerweise auch Beginn der Herbstquatemberwoche, wo der Israelglaube zur Rede steht.  

Kirchenjahr

2005

  
  
 
 

Station 47

Freitag der 4. Fastenwoche

hl. Eusebius

Lesung 1 Könige 17,17-24

Evangelium Johannes 11,1-45

 

Die Auferweckung des Lazarus lässt die Herrlichkeit des Vaters sehen, welche der heilige Apostel Thomas im Martyrertod sucht. Der Apostel Thomas als Zwilling zeigt den Willen der Seele Christi vor Gottes Angesicht und auch die Herrlichkeit des Vaters in Jesu eucharistischem Tod.

 

47 als Stationscode ist die Hälfte des Anbetungspsalmes 94. Die Ehre des Vaters wohnt in Bethanien (Handelsschiff), wo die Gläubigen im heiligen Geist die Ostergeheimnisse zelebrieren. Der Stationsheilige Eusebius heisst der "fromme". Fromm ist ein Leben im Kirchenglauben an die Herrlichkeit Christi in der Auferstehung.

 

Kirchenjahr

2005

  
  
 
 

Station 48

Samstag "Sitientes" in der Laetarewoche

hl. Niklaus im Gefängnis

Lesung Jesajas 49,8-15

Evangelium Johannes 8,12-20

 

Der Herr kommt seine verlassenen Küken suchen und erweist seine mütterliche Sorge. Im Evangelium bezeichnet sich der Heiland selber als Licht; die Messe erinnert an Apostelgeschichte 12 am Fest der Apostelfürsten Peter und Paul.

Ezechiel

 

In dieser Stationskirche hat der heilige Kaspar von Buffalo am 8. Dezember 1808 die Erzbruderschaft vom Kostbaren Blut gegründet.

Der heilige Niklaus von Myra wurde wegen seines Nizäaglaubens in das Gefängnis versteckt; als Prototyp der Bekenner zeigt er die Zuvorkommenheit der göttlichen Gnade. Siehe auch Weisser Sonntag und Erklärung zum Portalnamen nicole.

Der heilige Niklaus ist wie Isidor, Silvester und Martin ein Nizäaheiliger welcher die Gottessohnschaft über alles stellt. Der Herr ist mein Licht und mein Hirte. Die Kirche ist Mutter und ihre Sorge um den rechten Glauben ist eben kein Gefängnis.

Der Samstag Sitientes ist ein bevorzugter Tag für die Spendung der heiligen Weihen: Gott ist in der Gnade des Kirchenglaubens allezeit nahe: Emmanuel. Das kostbare Erlöserblut ist der Inbegriff der Rettung aus der Not.

Zuvorkommenheit und Ewigkeit. Isidor von Sevilla trägt weiter.

48 ist Symbolzahl des Besuches. Der Besuch der Kirche geschieht in der Taufe und die Ewigkeit wird gefangen für die Zeit. Das ist auch der Sinn für Johannes und Jesus im Gefängnis: die Wahrheit ist verborgen im Apostelgeheimnis.

Am Karsamstag wird dieses Glaubensgeheimnis offenbar. Der am 16. April 1927 geborene bayrische Kardinal Joseph Ratzinger ist die geniale Verkörperung dieser Glaubens-gnade ! Siehe Starportrait zum neuen Papst Benedikt XVI.

 

Kirchenjahr

2005