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Station 8
Maria zum Schnee

Weihnachtsvigil, 24. Dezember
Lesung Römer 1,1-8, Evangelion Matthäus 1,18-21

 

Die Weihnachtsvigilmesse verdrängt in den g-Jahren den Sonntag rorate und nimmt im abgekürzten Advent das Ostermoment gleich vorweg: nach dem Täufer am Quatembersamstag kommt schon das Paulusmotiv.
 

Die Heiliggeistempfängnis und der gerechte Joseph ent-sprechen der Erwählung des Apostels Paulus. Was Maria empfangen hatte, ist Paulus für die wartenden Heiden. traducere entlassen bedeutet auch übertragen : Gottes Verheissung (Joseph) geht im Stillen mit der Kirche mit. Markus 16 von Christi Himmelfahrt klingt an: die Zeichen der Apostel geschehen auf das Gebet der Kirche.

Maria zum Schnee als Stationskirche steht heute für die Unterstützung der Kirche im Apostolat.

 

Heute ist der erste der 8 kalendarisch fixen Stationstage.    Der letzte ist das häufig ausfallende Markusfest, wo auch von Aussendung gesprochen wird. Der Evangelist ist der einzige Heilige ausserhalb des Zeitkalenders mit einer Stationsmesse. Dieser Spannungsbogen - wieder vor Weihnachten und nach Ostern - zeigt wie das Gebet der katholischen Kirche in der Sendung Jesu Christi begründet ist.

Der Evangelist Markus ist der Priester der Heilsboten. Das Gnadenapostolat des Völkerapostels ist Grundlage für die Verkündigung des heiligen Petrus. Wie dieser auf die Liebe Christi vertraut, geht der Menschwerdung Christi das Vertrauen des heiligen Joseph auf die gerechte Disposition des himmlischen Vaters voran. Der erste der fixen Tage zeigt das katholische Dogma in den Händen der Auserwählten.

 

Kirchenjahr

  
 
 

Station 84

hl. mitternächtliche Geburt unseres Herrn Jesus Christus

Maria zum Schnee,
bei der Krippe

Lesung Titusbrief 2,11-15 Evangelion Lukas 2,11-14

 

Der Schlussatz im Evangelion et subito facta est cum Angelo multitudo militiae caelestis, laudantium Deum, et dicentium: Gloria in altissimis Deo, et in terra pax hominibus bonae voluntatis gibt das liturgische Thema vor, das am Oktavsonntag von der Prophetin Anna aufgenommen wird: Sprechen über alles was mit dem Heiland sein wird, zu den Menschen welche Israels Erlösung erwarten. Ihr Alter entspricht dem Stationscode der Mitternachtsmesse, dem Weihnachtspsalm und der Totalzahl Stationstage. 84 als 12 x 7 verkörpern die Gnade in den Aposteln; Anna ist das Namenjesukind. Ihre Zahl 26 verbürgt die Gnadenrede. Ueberall wo Gnade sichtbar wird, steht die Zahl 26, die Gnade selber ist erfüllt in der Zahl 84, das ist auch die Mitte der arithmetischen Summe von 13.

Die Vielzahl des himmlischen Heeres antizipiert die künftigen Katholiken, welche das Neue Heil preisen werden, deshalb die Formulierung subito facta est. Die Engel waren natürlich vorher schon da; aber diese simultane Erscheinung verweist auf die Seligkeit der neuen Menschen.

Dazu passt der dritte Laudespsalm am Freitag, audiam quid loquatur in me Dominus Deus, quoniam loquetur pacem in plebem suam. ... Misericordia et veritas obviaverunt sibi, iustitia et pax osculatae sunt. Veritas de terra orta est, et iustitia de coelo prospexit.

Das ist der Psalm 84, dessen erste Verse im Introitus der Messe gebraucht werden Deus tu conversus vivificabis nos, et plebs tua laetabitur in te. Ostende nobis Domine misericordiam tuam, et salutare tuum da nobis. Dann kommen obige Verse audiam quid. Noch weiter oben findet sich der im Completritus verwendete Vers converte nos Deus salutaris noster et averte iram tuam a nobis. Betrachten wir diese Weihnachtsbotschaft im Licht der heiligen Apostel:

1. Die Verse audiam quid folgen nach den im täglichen Offizium gebeteten: jetzt will ich in der Sendung hören, was Gott mir für die Menschen auf den Weg gibt. Anna als Grossmutter des Heilandes und "Gnadenpforte" gibt die heilige Jungfrau Maria, der Priester gibt das aus Maria geborene ewige Wort in sakramentaler Form. Weil die Prophetin Anna bei der Darstellung auftritt können alle Menschen die gläubig sind von der Gnade Gottes berichten. Aber die Apostel stehen mit Petrus an der Spitze am Anfang um klarzutun, dass ein geistliches Wort in Jesus begründet sein muss.

2. Die Komplet ist unter den kanonischen Stunden das weihnachtliche Ereignis; die Salesianer des heiligen Don Bosco halten den Hymnus Nunc dimittis hochheilig, und der Gründer der nachmaligen Missionskongregation vom Heiligen Geist, Pater Paul Maria Libermann ist am 2. Februar 1852 gestorben.

Die Komplet feiert den Anfang der Kirche in der Geburt Jesu Christi, lange bevor Ostern, Himmelfahrt und Pfingsten geschehen werden. Zwischen dem Eröffnungsritus und den Psalmen stehen die Verse converte nos. Wende uns Dir zu. Sie stehen im Psalm nach der Erkenntnis über die Weihe der Menschen Benedixisti Domine terram tuam, avertisti captivitatem Jacob. Remisisti iniquitatem plebis tuae, operuisti omnia peccata eorum.

Gott lässt also beten in dem er die Gläubigen (Simon) Seinen Sohn schauen lässt, und der heilige Petrus als "Liturgiechef" wendet sich Gott zu durch die Rezeption der inspirierten Bekenntnisse (Psalmen, Anna, Damasus). Die Bekenntnisse kommen nicht vom Papst, aber an Christi Stelle sanktioniert er sie.

Die Prophetin Anna bei der Darstellung zeigt die künftige Kirche, welche Gnaden empfängt und weiterleitet: Wahrheit von oben, Dank von unten (veritas de terra et lux de coelo). Wie auch schon die heilige Anna in Maria die Gnade körperlich empfangen und durch ihre unbefleckte Tochter dem Vater in Jesus latreutisch erstattet hatte.

Maria Lichtmess und die Unbefleckte Empfängnis sind im Abstand von 56 Tagen immer am gleichen Wochentag.   56 ist Symbol der Wahrheit, und Stationscode des Palmsonntages, dessen Gipfelsatz des Hauptmannes Vere Filius Dei erat iste ist das alleinseligmachende Argument der Liturgie. An Maria Lichtmess wird in protoliturgischer familiärer Atmosphäre zelebriert was später alle Welt hören und sagen soll. Mariae Lichtmess ist der liturgische Empfang des historischen Heilandes.

In der Komplet empfängt der Apostel seinen Ruf. Beliebtes Fest für die Tonsur ist der candeleur genannte 2. Februar.

3. Die Introitusverse zu Beginn der römischen Messe setzen jeden Tag die Berufung fort pro peccatis offerre. Der Priester steigt jeden Tag zum Altar, weil ein Christus die ganze Welt erlöst hat, die Einzigkeit des Opfers wird von einem einzelnen für jeden Tag pro omni die d.h. für den ganzen Christus omnis caro videbit salutare Dei nachgebetet. Das ist nicht abschätzig gemeint, sondern latreutisch: ich sage ja zum Wort Jesu Christi. Ich kann es nicht, aber ich komme hintenher (Laurentius, Johannes).

Gott ist uns in Jesus entgegengekommen, und die multitudo caelestis exercitus dicentium gloria realisiert sich in der heiligen Messfeier auf dem Erdenrund, eine Ehre die sich der Mensch nicht erteilen kann. Die seligen Geister sind die Opferseelen (vgl. Unschuldige Kinder). Weil sie von Gott ohne ihr Zutun geschaffen sind, muss ein Mann der nicht natürlich gebären kann, diese Wahrheit bekennen: vere Filius Dei erat iste. Introibo ad Altare Dei, qui laetificat iuventutem meam.

Der Introituspsalm hat Nummer 42 und steht am dritten Platz der Laudes am Dienstag. Es ginge zu weit hier die Bedeutung von 42 darzulegen (wie 56 und 84 durch 14 teilbar). Immerhin besteht ein mystischer Zusammenhang zwischen den beiden Tagen, die feriae III und VI. Am Freitag ist Tag des Lichtes, am Dienstag Tag des Geistes. Die tägliche liturgische Verknüpfung der Zahlen 42 und 84 lässt auch den weltlichen Verstand die Wechselwirkung von Geist und Geschichte erkennen. Die Zahlen sind keine Zufälle, sondern ritualisieren das Gnadengeschehen des Himmels. Und das geistliche Geschehen (introibo) geht dem operativen (iustitia et pax osculatae) voraus. Zuerst das sakramentale Opfer, hintenher das historische Martyrion. 

 

Maria Lichtmess hat keine Stationswürde. Warum ?

 

Kirchenjahr

 
 

Station 85
hl. Anastasia

Hirtenmesse im Morgengrauen des 25. Dezember
Lesung Titus 3,4-7, Evangelion Lukas 2,15-20

 

 

Die Lesung und das Evangelion der Hirtenmesse werden zusammen mit dem Introitus der Tagesmesse auch an den Oktavtagen ohne Heiligenfeier genommen. Das Hirtenamt zelebriert die Uebergabe des Glaubens von der Ewigkeit in die Zeit. 

Et reversi sunt pastores glorificantes et laudantes Deum in omnibus quae audierant et viderant, sicut dictum est ad illos.

Der Schlusssatz im Evangelion ist die Bestätigung für den Paulussatz an Titus: secundum suam misericordiam salvos nos fecit per lavacrum regenerationis et renovationis Spiritus Sancti, quem effudit in nos abunde per Jesum Christum Salvatorem nostrum, ut justificati gratia ipsius, heredes simus secundum spem vitae aeternae: in Christo Jesu Domino nostro. Gott gibt die Barmherzigkeit in Form der übernatürlichen Hoffnung, welche durch kein Gesetzeswerk verdient werden kann.  Die liturgische Lobrede Gottes beschreibt die Gnade - beides ist dem menschlichen Wollen der Sache nach entzogen. Die Menschen können aber dank des Glaubens der Gott zustimmen.

Das ist die Priesterwürde: ich gebe den Glauben an Gott weiter, und das in zweierlei Weise: was ich von Gott gehört habe geht zu den anderen Menschen (christo-logisch, apostolisch), und das was ich von der Kirche über Jesus gehört habe, verdanke ich auf dem heiligen Altar (ekklesiologisch, latreutsch). Ich empfange von oben und von unten und gebe je in die andere Richtung weiter.

Das neugeborene getaufte Kind tut das z.B. im Wunsch, einen geistlichen Beruf zu erwählen; die Kirche weiht ihn und der Mann bringt das sakramentale Kreuzopfer dar, oder die Jungfrau zeigt Gott im Schleier der Klausur die Weltfremdheit der katholischen Kirche.

Die Stationsheilige Anastasia wird als einzige Frau gleich dreimal beehrt, später je am Dienstag der ersten Fasten- und der Pfingstwoche. Da sind dreizehn Wochen und 53 Stationen dazwischen. Die heilige Anastasia verkörpert die Anwesen-heit der Lehrgewalt, ihr Kanoncode 39 entspricht der Heilsbotschaft. An Station 39 ist die berühmte Schwiegermutterheilung, am Pfingstdienstag das Guthirtevangelion von der Fülle des Lebens und am Dienstag der Fastenquatemberwoche ist die erste Tempelreinigung als Vorgeschmack von der Reinigung der Herzen im Glauben der Auferstehung Jesu Christi - welche Thema in der Tituslesung ist.  Die heilige Anastasia hatte auch zwei Jahre den Chrysogonos versorgt, der ihr seinerseits mit Briefen den Trost des Glaubens für ihre schwierigen Ehe mit dem ungläubigen Mann spendete. Auch Chrysogonos ist Kanon- und Stationsheiliger, Codes 20 und 50).

Reden ist Silber und Schweigen ist Gold. Diese Redensart hat einen übernatürlichen Sinn: Silber ist Opfer, Schweigen ist Liebe. Damit ist gemeint: man darf sein Leid klagen, aber die Lösung ist allemal in der Gnade des Heiligen Geistes.

Das Hirtenamt zeigt die Legitimität der Kirche als Trösterin in schwierigen Angelegenheiten. Die menschliche Verfassung der Kirche ist Trägerin und Subjekt der latreutischen Handlung. Ich nehme das zeitliche Leben von Gott an und gebe es in der kirchlichen Liebe zurück.

Die dreimalige Messe bei der heiligen Anastasia betont das Ostergeheimnis im katholischen Amt. Die (weibliche) Natur empfängt und spendet in der Atmosphäre des heiligen Geistes, dargestellt im Kanonheiligen Chrysogonos. Alles was in Gott lebt hat sein irdisches Abbild. Die heilige Anastasia zeigt das göttliche Leben in der katholischen Kirche. 

Das Hirtenamt suggeriert einen Blick auf die Kanondynamik. Auf der linken Seite stehen die Glaubensspender, auf der rechten Seite die Gnadenempfänger. Ihr jeweiliger absoluter und relativer Platz zeigt das theologale Moment des irdischen Lebens. Auf der Seite Kanonheilige findest Du deren Codes; rechts bedeutet nach der heiligen Wandlung, links davor. Die Apostel kommen von der eucharistischen Krippe in die Welt, sprechen vom übernatürlichen Heil und stiften es der Glaubensgemeinschaft ein.

Maria als irdische Darstellung der präexistenten Fülle des ewigen Wortes (Lesung Jesus Sirach am 27.12.) hat am Anfang des Kanons den Code 40 der Begegnung. Auch die Begegnung Jesu mit der Samaritanerin am Jakobsbrunnen hat Stationscode 40.

Chrysogonos als Spender der Gnade hat Code 20 des geistlichen Merkmals. Auch die Sturmstillung am Samstag nach Aschermittwoch hat Stationscode 20. Am 20. Februar ist Feier der Theogenese. Februar ist Dogmamonat.

Laurentius hat Kanoncode 19, er wird als Stationsheiliger siebenmal beehrt. 19 symbolisiert den Auftrag oder die Offenbarung; die heilige Anastasia steht ihrem Kanoncode nach 19 Plätze hinter Chrysogonos. Das heisst also dass die Kirche die Gnadenfülle innehat und sie weitergeben kann (Station 39). Die Stationskirchen zeigen zusammen mit den Kanonheiligen das Gnadengeheimnis der Dreifaltigkeit in der Jungfrau Maria, gestiftet vom ewigen Wort (Chrysogonos).

Der heilige Thomas hat Kanoncode 6, er zeigt das ewige Licht, auf Platz 6 nach der heiligen Wandlung steht der 6. Papst Alexander, er bestimmte den Gebrauch von Brot und Wein für die heilige Eucharistie, das Salz im Weihwasser und dessen Aufstellung an den Kirchentüren. Kanoncode 30 des Papstes Alexander symbolisiert die selige Anschaung (30) im Vollzug des apostolischen Wortes: dieses ist angenommen, deshalb seine Stellung nach der Konsekration. Die Kirche empfängt die Gnade aus sich selber. Anastasia von Chrysogonos.

Die heilige Cäcilia ist Dogmavermittlerin und hat den Kanoncode 38 der geistlichen Assistenz. Sie ist die 14. nach der Konsekration, 14 seinerseits ist Symbolzahl für das Depot. Station 38 berichtet vom authentischen Kult. Der kirchlich vermittelte Glaube ist Grundlage des richtigen Gotteslobes. Als Stationsheilige hat sie Code 31 am Mittwoch der zweiten Fastenwoche, 31 ist Symbolzahl für den geistlichen Seher.  Kanonheiliger 31 ist der Exorzist Marzellinus, dieser wird an Station 34 in der Rückkehr des verlorenen Sohnes beehrt.

Die Kanonheilige 34 ist Perpetua. Weil sie keine Stationskirche patroniert, ist diese Litanei hier zu Ende.

Das Glaubensgeheimnis wird von der Kirche aus dem eucharistischen Opfer gewonnen und von den Diakonen weitergegeben. Eine zeitliche Ikone für das ewige Leben im Dreifaltigkeitsgeheimnis.

 

Kirchenjahr

  
 
 

Station 86
Maria zum Schnee

Weihnachtsheiligtag, 25. Dezember
Lesung Hebräer 1,1-12, Johannesprolog 1,1-14

 

Der Jesajasintroitus aus dem findet sich in der Wochentags-messe und am 1. Januar wieder. Die Herrschaft Jesu Christi auf seinen Schultern ist eine Inkarnationsprophetie über das kommende Volk auf der Grundlage der Verheissung.

Diese Verheissung klingt auch im Psalm 86 an, dessen Nummer Stationscode ist. Narrabit Dominus in scripturis populorum, diligit portas Sion plus quam tabernacula Jacob. Die portae Sion sind die Apostel, die tabernacula Jakob deren natürliches Streben.

Die Weihnachtstagmesse zelebriert den Glauben Gottes als Gnade in den menschlichen Herzen. Das menschliche Herz ist eine porta Sion, der sterbliche Leib ein tabernaculum Jacob. Die drei Totenmessen am 2. November haben kein Stationsmysterion, aber ihre Analogie mit dem Karfreitag und dem heutigen Weihnachtstag erlauben trotzdem, ihnen die Codes 87-89 zuzuweisen. 89 ist die Summe aller Kapitel im Evangelion. 89 ist auch der Psalm vom Segen Gottes über seinem Werk, dessen letzte Verse den Primembolismus nach dem Vaterunser liefern, 89 ist der zweite Laudespsalm am Donnerstag (Typustag für den 25. Dezember).

Der Stationscode 86 entspricht dem Kapitel 18 im Johannesevangelion, daraus wird im ganzen Kirchenjahr nur am Christkönigsfest gelesen. So erkennen wir den historisch-mystischen Zusammenhang von  tabernacula Jakob und portae Sion. In der Weihnachtsmesse leuchtet die göttliche Natur des ewigen Wortes, von dem alle sterblichen Propheten gesprochen hatten und alle Martyrer im Himmel singen werden.

Die Lesung aus der Priesterepistel des Apostels Paulus zeigt dieses Kommen Gottes zu den verschiedenen Zeiten und dessen grösster Erfolg ist das formelle Pilatusbekenntnis vor der heiligen Passion. Das Sterben der Gläubigen im Herrn (Stephanusmesse, weiter unten) ist eine bejahende Antwort auf die Einladung Gottes, an seine Herrlichkeit zu glauben (Kolosserbrief). Weil die Verstorbenen auf Erden nichts mehr verrichten wollen, haben die drei Allerseelen-messen keine Stationswürde. Lediglich der Karfreitag, dessen Offizium cum praesanctificatis schwarz zelebriert wird, hat eine Stationskirche, weil der Glaube der Kirche an Jesu Sühnopfer  Grundlage für das latreutische Feiern ist. Weihnachten im kirchlichen Geist ist der Höhepunkt der eucharistischen Seele.

Man muss an Jesu Opfertod glauben, um Weihnachten zu erfahren. Wäre Jesus zu Bethlehem tausendmal geboren aber in deiner Seele nicht so wärest du doch ewiglich verloren (Angelus Silesius). Jesu Tod am Kreuz beginnt mit seiner selbstinszenierten Auslieferung in die menschliche = politische Verfügbarkeit. Mein Wille geschehe. Und den-noch geschieht alles in der Kraft des fleischgewordenen Wortes. Das ist auch der Sinn der apokalyptischen Zahl 666. Jesus steht zu seiner Schöpfung. Sein Blut ist das Leben der Welt. Ohne den Willen eures Vaters fällt nicht einmal ein Spatz von der Leitung. Jesu Tod und seine Geburt sind beide in der Herrlichkeit desjenigen begründet, der Ihn gesandt hat (Johannes 8). Das Reich liegt auf seinen Schultern. Per quem omnia facta sunt.

Diese Wahrheit klingt in der zweiten Laudesantiphon. Genuit puerpera Regem cui nomen aeternum, et gaudia matris habens cum virginitatis honore: nec primam similem visa est nec habere sequentem, alleluja. Es ward nicht gesehen, dass sie (die Herrlichkeit) vorher eine andere gehabt hätte oder dass eine nachgekommen wäre. Gottes Herrlichkeit ist ikonisiert in der Jungfräulichkeit der Mutter, deren einziges Kind ihr ganzes Dasein ausfüllt. Es kann keine weitere Mutter kommen und noch weniger ein zweites Kind, weil das einzige Kind das  Kind ist: das menschliche Leben ist Gottes Freude, und diese Freude liegt in der unverbrochenen körperlichen Integrität der Unbefleckten Empfängnis; Mariens Geburt ist das Zeichen für Gottes geschichtliche Wahrheit. Zusammengefasst: das ewige Wort zeigt im Marienleben seine Existenz und in seiner eigenen Geburt das Geheimnis unser aller Leben. In der katholischen Kirche. Salve Regina, mater misericordiae, vita dulcedo et spes nostra, salve.

86 ist 2 x 43; am Laetaremontag, 20 Stationen vor Ostern, wird im Salomonischen Urteil auch von einem Kind, dem Tod und Auferstehung die Rede sein. 43 ist Symbolzahl der übernatürlichen Erkenntnis, und 86 als dessen Doppelung zeigt die überlieferte Wahrheit in den Händen der Welt.

 

86 ist auch 61 (Karfreitag) und 25; und der Schalttag nach dem 24. Februar ist der 87. vom 1. Dezember an gerechnet; der Matthiastag also der 86; Matthias zeigt das von den Menschen frei gewählte übernatürliche Leben. 87 ist ja theoretisch Stationscode der ersten Allerseelenmesse, wo von der übernatürlichen Verwandlung die Rede ist. Freilich ist der "Schalttag" mystisch kein zusätzlicher (29.), sondern der Matthiastag wird doppelt gezählt, hat also 48 Stunden. Die kalendarische Lösung mit dem "29." Februar ist rein praktischer Natur. Dies sieht man in der Zählung der anderen Feste, der heilige Gabriel ist am 27. statt am 26. Ausschlaggebend ist dass Matthias ante sex Martias Kalendas ist. Das erinnert an den Karmontag, wo das Evangelion beginnt mit den Worten ante sex dies Paschae. Matthias ist das apostolische Christkind, die porta Sion, geboren aus dem Glauben der Kirche in der Passion Jesu Christi. Die Fastenzeit, beginnend typischerweise am 1. März, ist eine Frucht der apostolischen Ueberlieferung. Die sechs Tage rückwärts symbolisieren das Osterlicht im Glauben der Menschen. Matthias ist ianitor zwischen Jesus und den kommenden Geschlechtern. 61 Tage nach Weihnachten und 6 Tage vor der Glaubensreife. Das erste Kapitel der Apostelgeschichte wo seine Wahl referiert wird, ist das 90. im Neuen Testament, 90 ist auch der Psalm vom geistlichen Geleit. Er wird in der ganzen Länge am ersten Fastensonntag als Traktus verwendet.

Der Kanoncode 27 und des heiligen Matthias zeigt ihn als das Charisma des Apostels überhaupt, er ist der Prophet im Dogmamonat Februar, er zeigt den neuen Tag. Das Schaltjahr bezieht seinen französischen Namen annus bissextilis vom Matthiasfest, der vor dem 1. März zweimal bis sextus zelebrierte 24. Februar. Der mathematisch irgendwo möglich zusätzliche Tag steht ganz bewusst am 24. Februar. Der Schalttag im Fest des heiligen Matthias zelebriert den erlösenden Eingriff Gottes in der Welt, durch die Geburt der Gnade in den Köpfen. Cogito ergo sum des Philosophen Descartes kann auch für die Gläubigen gesagt werden: celeber dum accipio. Der Schalttag zeigt die historische Annahme der göttlichen Wahrheit, dargestellt in der Matthiasnachwahl.

 

Kirchenjahr

  
 
 

Station 9
hl. Stephan auf dem Himmelsberg

hl. Protodiakon Stephan, 26. Dezember

Lesung Apostelgeschichte 6,8-10; 7,54-59, Evangelion Matthäus 23,34-39

 

Das Fest des Heiligen Stephan zeigt die Kirche als Berufungsinstanz. Zeichen dafür sind die Kleider des Protodiakons zu Füssen des Pharisäers Saulus. Schon Elias warf seinen Mantel bei der Himmelfahrt auf dem Feuerwagen dem Elisäus zu; vgl. auch die Betrachtung zum heiligen Niklaus von Myra, an dessen Stationstag 48 die heiligen Weihen gespendet werden dürfen.

Entscheidend sind die beiden letzten Sätze in der Lesung: positis autem genibus exclamavit voce magna, dicens: Domine, ne statuas illis hoc peccatum. Et cum hoc dixisset, obdormivit in Domino. Seine Passion war nach der historischen Himmelfahrt Christi. Entschlafen im Herrn bedeutet für den Evangelisten Lukas von Gott genommen sein. Dass der heilige Stephan mit Stationswürde in der Weihnachtsoktav zelebriert wird, bedeutet die authentische Stimme des Auferstandenen in den geistlichen Würden-trägern. Weihnachten ist soviel wie Heiligkeit im Menschen drin; et  non poterant resistere sapientiae et Spiritui qui loquebatur.  Die Stationswürde zeigt das Wort Christi in der beseelten Natur. Die Kirche ruft, weil sie das Wort Christi hat.

Am Anfang des 6. Kapitels in der Apostelgeschichte (Buchcode 50, Kapitel 95 im NT) ist von der Bestellung der Diakone die Rede, und die aufstehenden Synagogenvertreter mit den illustren Namen cyrenenses, libertini, alexandrini  machen einen letzten Versuch der menschlichen Ueberlieferung, Gottes Wahrheit zu beweisen. Der Evangelist Johannes wird morgen die Fleischwerdung des logos gegen die Ebioniter verteidigen müssen. Die Berufung besteht in der menschlichen Rede des geistlichen Wortes. Die ganze jüdische Tradition muss vor dem kindgewordenen Wort kuschen. Kuschen ist ein hebräisches Lehnwort und bedeutet abliegen. Wer zur Kirche gehört, kann für Gott reden, und das geschieht durch das Ostergeheimnis Jesu Christi.  Die Kirche ruft durch die Feier der messianischen Geheimnisse.

Darum ist Christi Himmelfahrt auch Station 72 (8 x 9), wo die Augen Jesu Christi in die Welt hinausgesandt werden. Das geschieht durch den Protodiakon Stephan. Jeder der das Wort sagt, ist ein Berufener und gibt das Licht Jesu Christi weiter (Zeichen und Wunder in Markus 16, vgl. Matthäus 11 in Station 2, der Unterschied ist 70). Der Buchode 50 der Apostelgeschichte zeigt das zweite Werk des Evangelisten Lukas als Brautschau, aber nicht der Mann sucht, sondern die Gläubigen selbst schauen nach neuen Heiligen aus. 95 ist Symbolzahl der neuen Gläubigkeit, der erste Laudespsalm am Dienstag spricht von den Bäumen Gottes welche die Wahrheit Jesu Christi blühen lassen. Die Kirche als Braut Jesu Christi ruft in ihrer Eigenschaft als Ikone der Wahrheit. Vgl. Psalm 18, Symbol der Inkarnation, 2 x 9, enthalten in 54 und 72.

Stephan ist ein Mann der 9, er sieht Jesu menschliche Natur in der eigenen Berufung 3 x 18, im Wort der Kirche. Jesu Menschwerdung dauert fort in der eucharistischen Predigt (Tischdienst, Christi Himmelfahrt, 4 x 18).

 

Der Diakon Stephan ist der einzige in seiner Kirche als Stationsgeheimnis zelebrierte Heilige. Seine Station wird nochmals frequentiert am Freitag der Passionswoche, wo auch das Fest der Addolorata in der Fastenzeit begangen werden kann.

Die Stationscodes 9 und 54 zeigen das Geheimnis des Glaubens: der Herr inmitten seiner Geschöpfe. 54 ist das sechsfache von 9, sechs Symbol des Lichtes. Am Passions-freitag ruhen die Jünger zusammen mit Jesus in Ephraim.  Jesus konnte nicht mehr öffentlich umhergehen, weil die Juden ihn töten wollten aus Angst, die öffentliche Meinung zu verlieren. 54 als Zahl symbolisiert Gott als Licht. In der Passion der menschlichen Natur erkennt Gott seine Kinder.

 

Kirchenjahr

 
 
 

Station 10
Maria zum Schnee

hl. Evangelist und Apostel Johannes, 27. Dezember
Lesung Jesus Sirach 15,1-6, Evangelion Johannes 21,19-24

 

Der heilige Evangelist Johannes verkörpert das Credo der katholischen Kirche. Der 4. Tag der zweiten Siebnerserie ist der Vorläufer zum siebenten Tag in der zehnten Siebnerserie, wo der Evangelist im Ostergrab das Geheimnis schaut, das er schon auf der Brust des Heilandes im Abendmahlssaal gehört hatte.

Petrus soll Jesus nachfolgen und sein Lohn wird der ewig anwesende Heiland sein. Auch am Ostermorgen wird der heilige Apostel Petrus vorausgehen und die Sendung erleben. Der vorauseilende Evangelist Johannes ist das selige Wort, das dem Martyrer beistehen will. Petrus als Apostelfürst im Ostergrab zeigt den Jünger Jesu Christi, dessen oberstes Gebot sein muss, die verklärte Gegenwart Gottes in der Welt zu verteidigen.

Was geht Dich an, wenn ich über Johannes sage, er möge so bleiben bis ich wiederkomme ? Diese etwas vorwurfsvolle Frage an den Apostelfürsten erinnert an die Antwort Jesu beim Hochzeit zu Kana. Das Laster im theologalen Sinn ist das Leben im Geiste der Welt. Dass Petrus dem Heiland folgen muss bedeutet dass er in das ewige Wort eintreten muss, und der nachfolgende Johannes symbolisiert das gesprochene Wort in der heiligen Gestalt. Ich bin gesandt, wenn ich zu Jesus gehe. Anders herum: die Apostel können nicht wissen was später kommen wird (Station 31), die Offenbarung als Auftrag erfolgt immerzu. Petrus hat gehört, Judas nicht.

Der Evangelist Johannes als letzter Apostel zeigt die Unsterb-lichkeit des Glaubens, er verkörpert die Unbefleckte Empfängnis als Gnade der katholischen Kirche. Darum ist heute Station bei Maria zum Schnee (vgl. Vigil und Markus). Der heilige Laurentius folgte auf drei Tage dem heiligen Papst Xystus (Station 38), und der Evangelist Johannes steht am dritten Tag der Weihnachtsoktav. Maria zum Schnee als Station zeigt die Kirche als theologischen Ort in der Feier des sakramentalen Opfers. Dies auch der tiefste Grund für die Aufforderung Jesu an Petrus, ihm zu folgen. Die Nachkommen-schaft der Frau sind die Jünger, welche tun was Jesus will. Das zu wissen steht nur mir zu. Der Lieblingsjünger und der Apostel Petrus zeigen das Geheimnis der Unbefleckten Empfängnis als absolute Liebe zum Heiland in der Treue der katholischen Kirche.

Die Muttergottes wird selber nicht in einer Stationsmesse zelebriert; ihre Stationen sind die Heiligen der katholischen Kirche, von denen Johannes der erste und auch der letzte ist. Der heilige Johannes zeigt die missionarische Dimension der katholischen Messe als Ort der Sündenvergebung für den Frieden in der Welt.

Johannes der Evangelist zeigt die Personalität des Glaubens, die theologale Rede kommt vom Gottessohn und lebt in den Jüngern Jesu fort in der Zeit. Die heutige Lesung aus dem Distributionskapitel (15) des Buches Jesus Sirach liefert den Introitus der Kirchenlehrermesse: in medio Ecclesiae aperuit os eius ... Dominus Deus noster. Gott spricht also im Namen der Unbefleckten Empfängnis durch die Apostel der heiligen römischen Kirche.

Die Stationskirche des Apostels Johannes ist ante portam Latinam im Süden Roms, wo die Messe vom Passions-samstag gefeiert wird. Der Sinn der Station 55 ist die Vermittlung des Lichtes durch die Apostel. Die Heiden kommen zum Apostel Philipp und sprechen ihn als Herr an und ihr Wunsch wird von Andreas im Geleite von Philippus  zu Jesus weitergetragen. Die porta latina ist die Kirche selbst und das Tor im Süden der ewigen Stadt ist das Fenster für die Berufenen. Die Kirche steht innerhalb, und die nach Norden schauenden Gläubigen zeigen den empfangenen Ruf zur Nachfolge. 55 ist auch die arithmetische Summe von 10 und bedeutet die Nachfolge als Frucht der katholischen Messe.

Johannes hat eine zweite Messe am 6. Mai mit dem Titel ante portam Latinam mit dem Sinn des empfangenen Glaubens als Geschenk der Kirche. Es wird das Jakobusevangelion gelesen, das auch an Station 31 kommt: die Zebedäusmutter erbittet für ihre Söhne den Kelch und Jesus antwortet etwas überrascht, dass sie etwas verlangt das nicht in der Kompetenz des Wortes sondern der Herrlichkeit liegt. Die Kirche verlangt also nach der Herrlichkeit Gottes, aber sie weiss nicht wie es geschehen wird. Dieses Evangelion erinnert an Rebekka, die auch ihrem Sohn Jakob den Erstgeburts-segen mit einem Trick erlangt hatte. Der Apostel Jakob ist der Erbe, darum ist er als erster gestorben, weil Christus das erste Wort ist, Johannes ist als letzter gestorben, weil Christus die Fülle gibt.

Zwei Apostel im Advent, zwei Apostel im Monat Dezember: Andreas zeigt Ostern, Thomas Pfingsten und Johannes die Weitergabe des Glaubens als Aufgabe der Kirche. Das Gebet für die Verstorbenen in der Messe und das dominus vobiscum vor den oremus zeigen den Austausch dieses Glaubens zwischen Jesus, dem Hohenpriester und der Heilsgemeinde. Die französische Uebersetzung, welche sich leider auch in einer romanischen Version niedergeschlagen hat, ist ein Missverständnis: el seia er cun te. Der Priester braucht nicht die Gegenwart des Herrn, sondern sagt wie der Heiland zu Petrus zuhanden der Gläubigen: Nehmet das Wort !

Das Credo der katholischen Kirche ist die Osterbotschaft über die Auferstehung der Toten. Das dominus vobiscum der Priester Jesu Christi zeigt die Sündenvergebung als Schatz der Heiligen Messe, ein Schatz der durch die Heidenmission durch die Brüdergemeinschaft verbreitet wird (Station 55, fratrum corona gloriae domus).

 

 

 

 

Kirchenjahr

  
 
 

Station 11
hl. Paulus

hl. unschuldige Kinder von Bethlehem, 28. Dezember
Lesung Apokalypse 14,1-5, Evangelion Matthäus 2,13-18

 

 

Das früher im Fastenmodus persolvierte Fest der Unschuldigen Kinder zeigt die Schlüssgewalt der katholischen Kirche.

Der 5. Tag der Neuen Zeit ist die erste Paulusstation im Kirchenjahr, und der gestern gefeierte Evangelist Johannes schaut im Himmel das Lamm und die freigekauften Heiligen.

Die Schlüssgewalt des Petrus und der Priester beruht auf dem eigenen Lebensopfer (Psalm 8), und die unschuldigen Kinder unter zwei Jahren zeigen die Seelen der Priester als Träger der übernatürlichen Motivation. Das wird an gewissen violetten Tagen im Traktus dargestellt. Wie der Apostel Johannes die Personalität des Glaubens symbolsiert, ist auch die Schlüssgewalt der Kirche nicht theoretisch, sondern praktisch in der Person des Apostelfürsten niedergelegt um darzutun, dass die Kirche vom Himmel kommt (Lesung) und in erster Linie Sünden vergeben muss.

Es gibt vier Paulusstationen im Kirchenjahr (siehe Jumpmenu unten links), deren gemeinsames Moment ist das Geschehen Jesu Christi in der Seele. In den Paulusstationen wird konkret was der Apostel Johannes darstellt: die Barmherzigkeit in der Freiheit der Kinder Gottes.

Die verschiedenen Paulusstationen akzentuieren auf verschiedene Weise das Absolutionsgeheimnis. Die unschuldigen Kinder zeigen den Heiland als causa intentionis, der Völkerapostel am Sonntag Sexagesima beschreibt die Passion Jesu Christi in der eschatologischen Predigt, der Blindgeborene am Laetaremittwoch erklärt die Herrlichkeit Gottes als Fundament der übernatürlichen Erkenntnis, und die Emmausgeschichte am Osterdienstag gipfelt in der Gnadenpredigt der Kirche: wir können glauben, weil wir keine Sünden haben.  

Keine Sünden haben: ein Werk der Vorsehung. Das wird treffend im Oktavembolismus der Weihnachtspräfation gesagt, wo der Priester singt diem sacratissimum celebrantes, quo beatae Maria intemerata virginitas huic mundo edidit Salvatorem... Das unbefleckte Licht Gottes wird in Maria dargestellt und will sich in den Heiligen wiederfinden.

Nicht vorher gesehen haben ist das verstandesmässige Kennzeichen der Paulusstationen: die heiligen Martyrer kannten den Heiland historisch nicht, Paulus in der Sexagesima weiss von Christus nur durch die Stimme in Damaskus, der Blindgeborene hat die Eltern nie gesehen aber Christus gehört, und die Emmausjünger am Ostertag bringen die Refektionsbotschaft den Menschen, die von Christus erst später hören. Die eucharistische Gemeinschaft ist ein Ort der übernatürlichen Erkenntnis, wo alle Völker den Heiland hören (Psalm 46). Zu den vier Paulusstationen gehören die drei Heiligkreuzstationen, ebenfalls im Jumpmenu verbum Domini.

Der Stationscode 11 zeigt die Kirche als Empfängerin der Gnade Jesu Christi, welche sie durch ihr eigenes Opfer im Laufe der Zeit weiterträgt (Oration non loquendo sed moriendo confessi). Die Gnade ist das richtige Urteil, zur Welt gekommen um die Menschen zu erleuchten (Johannesprolog). Die Sünde ist das  falsche Urteil, und der Heilige Geist am Weissen Sonntag tilgt den alten Irrtum. 70 .

Das Fest der Unschuldigen Kinder ist auch ein Vorläufer für den Weissen Sonntag, wo alle Kinder zum barmherzigen Vater gerufen sind.

 

Kirchenjahr

 
 

Station 12
Maria ennet dem Tiber

Beschneidung Jesu Christi, 1. Januar
Lesung Titusbrief 2,11-15, Evangelion Lukas 2,21

 

 

Die Messe vom ersten Januar ist den Texten nach ein Konglomerat der Offenbarungselemente aus der Altjahrwoche: die Epistel von der Geburtsmesse, ein Graduale aus dem Stundengebet, Allelujavers aus der Tagesepistel, Introitus aus der Tagesmesse. Lediglich das Hirtenamt ist nicht "präsent". So betrachtet ist die Beschneidungsmesse die Türangel zwischen Zeit und Ewigkeit, wie es dem 1. Januar auch ent-spricht. Die Epistel zeigt die Menschwerdung als Beginn der Gnadenzeit, das Evangelion verweist auf die geistliche Vor-bereitung durch die katholische Katechese (Engelsbotschaft).

Die Stationskirche über dem Tiber wird am Donnerstag der zweiten Fastenwoche wieder besucht, es wird auch der 12. Tag der zweiten Stationenperiode sein. Diese Stationscodes 12 (wie auch 32) zeigen den Heiland als Quelle und Schatz-kammer. Die Gnade wird sichtbar wo die Menschen sich auf Gottes Angebot einlassen. Am 1. Januar wie auch wieder am Tag 12 der Fastenzeit steht aber die Initiative Gottes in seinem Opfer im Mittelpunkt: er lässt sich dahingeben und verlangt das auch von seinen Dienern und Gläubigen. Wer sich davon berühren lässt, kommt in den Himmel, wer hart bleibt, fällt dem Höllenfeuer anheim.

Der im Weihnachtsoffizium häufig rezitierte Psalm 97 gipfelt im Vers viderunt omnes fines terrae salutare Dei nostri; 97 ist auch Symbolzahl der ecclesia magistra. Der Tag 97 im Oster-zyklus oder Station 79 spricht von den geistlichen Gesichtern als Erfahrung der Gelehrsamkeit.

Am 1. Januar feiert die Kirche sich selbst als Hörende, und der Sprechende ist der Hohepriester auf dem Opferaltar (12). Was hört die Kirche ? die Herrlichkeit der Gnade in den Gläubigen. Die Tagesoration ist auch diejenige der Antiphon alma Redemptoris Mater  des Reichenauer Mönchs Hermann von Altshausen: Deus qui salutis aeternae, beatae Mariae virginitate fecunda humano generi praemia praestitisti: tribue quaesumus; ut ipsam pro nobis intercedere sentiamus, per quam meruimus auctorem vitae suscipere Dominum ... Zuerst die Jungfräulichkeit, dann der Erlöser, und dann die Fürsprache. Am Weihnachtstag feiern wir im Hirtenamt die Uebergabe der göttlichen Lehre, und am 1. Januar wird dieses Kind beschnitten, es steht im Mittelpunkt der Herrlichkeit Gottes, die durch den Engel zur allerseligsten Jungfrau gekommen war und durch die heilige Gottesmutter den Nachkommen zugetragen wird. Am ersten Januar zelebriert die Kirche Jesus als den Altar auf dem alle Liebe ihren Ursprung hat. Die Liebe Gottes sammelt sich im Ewigen Wort und das Ewige Wort errichtet seinen Altar im Herzen der unbefleckten Mutter.

Die Station Sancta Maria trans Tiberim  zeigt die römische Weltkirche als Ort der Gnade, die empfangende Antwort erfolgt am zweiten Sonntag, wo die Mutter Jesu für die Hochzeitsgäste den zusätzlichen Wein verlangt. Die Bezeichnung Mutter Jesu im Kanaevangelion (NT Kapitel 70) entspricht dem Schlüsselsatz im Beschneidungsevangelion: es wurde sein Name Jesus genannt der vom Engel vor der Empfängnis genannt worden war. Mutter Jesu bedeutet hier: Maria ist geistliche Mutter der Geretteten, gewissermassen rettet sie durch ihre Mutterschaft die ganze Kirche. Geistliche Mutter: eine natürliche Person spricht an unserer Stelle ja, bevor wir es selbst tun können, dass wir es tun können werden. Die liturgische Beschneidung bedeutet dogmatische Definition (Station 44). Das Kanawort der allerseligsten Jungfrau ist der Anfang von Mariens geistlicher Mutterschaft: in ihrem Mund ist unser Heil. Die Kirche als Hörende nimmt das Wort auf und vermehrt so das Heil.

Der 6. Tag der fixen Termine soll extra in der Farbensumme dargestellt werden: weiss. Weihnachten als 2. Tag der fixen Termine spendet das physische Heil, Beschneidung als 6. Tag der fixen Termine spendet das geistliche Heil: die Erkenntnis des ewigen Wortes durch dessen Feier in der Zeit.

Ezechiel

Der Beschneidungstag patroniert die Zahlensummenmystik. Der Symbolwert einer Zahl ergibt sich aus dessen Summanden und Faktoren. Das soll an den Zusammensetzungen von n20 plus 12 gezeigt werden.

Station 32 ist wie oben gesagt persönliches Engagement: ich setze meine Substanz für den Glauben ein. Auf den 12. Tag der Fastenzeit fällt typischerweise der heilige Gregor der Grosse, dessen Apostolat wesentlich mit der ursprünglichen Glaubensvermehrung zu tun hat: gregorianischer Gesang, Mehrung der Stationen, erste Elemente der tridentinischen Messe, Rede über das Hirtenamt. Der 64. Papst steht selber zwischen Altertum und Mittelalter, und sein Sukzessionscode ist derselbe wie der Station Ostermontag: geistliche Aisthetik 43, Seele der Definition).

Station 44 hat ihrerseits die Summe der Codes von 32 und 12, der dort gefeierte Schriftpapst  Damasos spanischer Abstammung hat eine der römischen Laurentiuskirchen und sich darin bestatten lassen. Wir sehen dort die amtliche Bestätigung der liturgischen Praxis. 32 + 12 : die Kirche rühmt sich selbst. Das kann sie weil der Heiland ihr Werk suggeriert. 44 ist auch Kapitelcode von Markus 16, das am Oster- und Himmelfahrtstag gelesen und hier von der Bestätigung des Glaubens in den Werken spricht. Station 72, siehe unten.

Station 52 am Mittwoch der Passionswoche beim heiligen Papst Marcel zelebriert die geistliche Ankunft im Glauben an das gespendete Wort. 40 + 12: die Kirche erkennt sich im Glauben an sich selbst. Nichts vorenthalten. Marcel war als 30. Papst nach der ersten Sedisvakanz gewählt worden, in der Zeit zuvor hatte er für Kirchen gesorgt, wo der Heiland angebetet werden konnte. Er ist selber in einer anderen Laurentiuskirche bestattet, welche er im Garten der Römerin Lucina erbaute (Station 40). 52 ist Symbolzahl des geistlichen Hauses, auch das zivile Jahr hat 52 x 7 Tage....

Station 72 ist Christi Himmelfahrt, gefeiert beim heiligen Petrus in der Vatikanbasilika. 60 + 12: die Kirche baut auf dem Glauben an das empfangene Wort. Station 60 ist die Abendmahlsmesse am Hohen Donnerstag, 60 ist Mindestjahrzahl der kanonischen Witwen.

Die vier + eine Stationsmessen in Bezug auf die Zahl 12 zeigen in steigernder Wirkung das Wachsen der Kirche im Hören auf das Wort des Erlösers. Zweimal ennet dem Tiber, einmal bei Marcel und zuletzt bei Petrus, das dritte Mal bei Laurentius: das göttliche Wort kommt und lehrt, lässt sich vereinnahmen, tröstet und liefert sich aus. 

 

 

 

Kirchenjahr

 
 

Station 13
hl. Petrus

Erscheinung unseres Herrn, 6. Januar
Lesung Jesajas 60,1-6, Evangelium Matthäus 2,1-12

 

 

Der siebte kalendarisch fixe Stationstag zeigt die Kirche als Empfängerin der katholischen Mission. Anders als die beiden vorangegangenen Feste Weihnachten und Neujahr steht er nicht mehr in octava, ja er kann selber Interoktavsonntag zum ersten Januar sein (dies ist bei Weihnachten und Neujahr nicht möglich). Der Dreikönigstag vermittelt die Freude am Namen Jesu als Gegenstand der Heiligen Familie. Der Namen Jesu und auch die Erscheinung leben von der öffentlichen Bekanntgabe des Erzengels Gabriel (Lukas 2,21).

Der Dreikönigstag ist zudem zweiter Stationstag, wo das Imperialevangelion  gelesen wird: Matthäus 2 von der Herrschaft Jesu Christi in der Welt. Es steht im Abstand von 44 Kapiteln zum zweiten Lukaskapitel - und markiert am Ende dieser weltgeschichtlich bedeutsamen Tage die Inspiration der Welt aus der Ewigkeit. Das Hirtenamt ist der Komplet gewidmet, Erscheinung der Prim, und Dreikönigstag der Mission. Was hat diese kanonische Stunde mit den übrigen Brevierteilen zu tun ? Etwa das Getsemanigebet (Lukas 22, oder NT 66 ) ? Die Prim hat ja kein Canticum, das canticum der Prim ist das im Dreikönigstag vorgebildete Martyro-logion. Das schon am Fest der unschuldigen Kinder gelesene Imperialevangelion feiert das göttliche Kind. Es wird auch noch am 17. Februar zur Flucht der Heiligen Familie nach Aegypten gelesen, und als Schlussevangelion in der Weihnachtstagmesse. Merkmal des göttlichen Kindes ist die Furchtlosigkeit - dazu passt vielleicht der dritte Busspsalm 37. Ich gehe für Gott auf Reisen um den Menschen die wahre Herrschaft anzupreisen. Die Weihnachtstagmesse handelt ja auch von diesem Zeugnis von Gott selbst in der Welt. Das Fest der Unschuldigen Kinder zeigt das ewige Wort als Berufungs-quelle und der Dreikönigstag die Wahrheit des Glaubens auf Motivation dieses gleichen Wortes. Glaube ist Zeugnis für die Erschaffung des Menschen durch den lieben Gott. Was die unschuldigen Kinder zelebrieren verdienen die Gläubigen der heiligen Kirche: Mein Ja zum göttlichen Leben durch Huldigung desselben im persönlichen Opfer. Ich zeige der Welt dass sie von Gott zur Mitarbeit gerufen ist. Meine Kniebeuge vor dem Jesuskind gestaltet die neue Welt.

Der Apostelfürst Petrus als Stationsheiliger am siebten Fixtermin: das Gnadengeschenk von dem der heilige Paulus an der Vigil gesprochen hat ist eine Vertrauensstellung in der Firma des Heilandes. Der Glaube an die Berufung ist an die katholische Kirche gebunden - Petrus wäre nicht Apostelfürst wenn der Heiland ihn nicht dazu gemacht hätte. Der Begriff Apostelfürst zeigt das gespendete Wort als erste Gnade Jesu Christi, als Gnade überhaupt. Der Bekenner ist Fürst, das Bekenntnis geht über alles. Matthäus 2 ist Imperialevangelion weil die Wirkung des göttlichen Wortes gezeigt wird: die Menschen bekommen Angst. Die Welt hat vor Jesus keinen Bestand, wenn Er sie nicht retten will. Apostelfürst : was in der Welt gesprochen und für wahr gehalten wird, stammt der historischen Existenz nach vom Heiland aller Menschen. Unschuldige Kinder als Station 11 bei Paulus: das sprechende Wort. Dreikönigstag als Station 13 bei Petrus: das heilende Wort. Zwischendrin Neujahr als Station 12 bei Maria ennet dem Tiber: das betende Wort.

Die Kirche als Gläubigengemeinschaft ist gesandt, zu arbeiten und zu lieben, alles in der Gnade Jesu Christi (Station 8). Die Kirche rettet sich selbst durch ihre Treue zum gehörten Wort von der Auferstehung der Toten (Sonntag XXIII), und die Kirche verkörpert diesen Glauben an Jesus Christus als Erstgeborenen der Lebendigen und der Toten: ihre zeitliche liturgische Feier umspannt in der Zeit eine ganze Ewigkeit. Wir werden zum ewigen Leben geboren im Glauben an die messianische Verheissung. Deren Träger ist der Apostelfürst Petrus.

Die Ewigkeit in der Zeit: die sieben fixen Stationstage 8-13 mit dem 25. Dezember extra seriem an zweiter Stelle zelebrieren die Kirche als Neue Arche Noa: die historische Grösse Gnade hat ihr Motiv in der Geburt Jesu aus dem Stamm David und gipfelt im Zusammensein der Erlösten dank dem katholischen Taufbekenntnis: Christus ist da wo Petrus spricht. Wer die göttliche Natur Christi in der Krippe anbetet, tut dies dank der katholischen Kirche als Braut des Heiligen Geistes. Die liturgische Ueberlieferung ist verae historiae praecursor (Täufer Johannes als Stationsheiliger).

 

 

Kirchenjahr

Alle Stationstage der zweiten Siebnerserie sind kalendarisch fix.

Apostolatsmystisch entspricht diese Serie der zweiten Station im Kreuzweg, wo Jesus das kostbare Holz annimmt.

Die zweite Siebnerserie enthält eine Zweitklassoktav mit drei Heiligen im Zeitkalender: Gott zeigt sich auf der Welt.

Der zweite Tag dieser Siebnerserie ist der 25. Dezember mit seiner Tripelmesse; dem entspricht das Markusfest als zweiter Tag in der 12. Siebnerserie: das Evangelion Jesu Christi ist wenn auch unsichtbar der Fixstern im Lauf der Welt, aber die unfehlbaren Worte des dortigen Stationsheiligen Petrus sind das Geschenk des Heilandes an Seine geliebte Braut. Markus zelebriert die Hingabe der Kirche an ihren Chef.