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KanonheiligeKirchenlehrerJungfrauenStationsheiligeAebteMartyrer
  
 

Namen

Historischer, liturgischer und mystischer Kontext

Isidor von Sevilla

4. April, entspricht Station 52

 

Lesung Apostelgeschichte 19 (Station 73)

Matth 5,13-19

 

Isidor bedeutet soviel wie gleichgegeben; er gehört zur entfernten Familie der Nizäaheiligen. Unterrichtet wie Hermenegild von seinem Bruder Leander, trat er seine Nachfolge auf dem Bischofsstuhl von Sevilla an und wurde zuerst nach eigener Anordnung zwischen Leander und seiner Schwester Florentina bestattet. Ein weiterer Bruder war Bischof Fulgentius von Carthago, den man im Zusammenhang mit dem heiligen Augustinus antrifft.

König Reccaredus drängte auf seine Installation als Bischof und der heilige Papst Gregor der Grosse schickte ihm nicht nur das Pallium, sondern bezeichnete ihn als apostolischen Vikar für ganz Spanien.

 

Geistlich ist er verwandt mit Maria Verkündigung und dem Weissen Sonntag: er zeigt als Lehrer die Darstellung des Wortes. Diese Darstellung entspringt der geistlichen Zeugung oder der Anwesenheit des Heiligen Geistes im apostolischen Mann. Das Weissonntagsmotiv sehen wir in der autorisierten Interpretation bei der Instruktion der Nachkommen. Auch das Buch Daniel (Code 73) handelt von der eschatologi-schen Belehrung durch den geistlichen Retter.

Isidor schrieb zur Etymologie und über die geistlichen Aemter und andere zum kirchlichen Leben so nützliche Bücher, dass Papst Leo IV. an die Engländer schreiben konnte, nicht nur Augustinus und Hieronymos, sondern auch die Schriften des heiligen Isidor zu berücksichtigen sind, wo ein unüblicher kanonistischer Fall durch die überlieferten Regeln nicht geklärt werden kann. So gehören noch heute viele seiner Schriften zu den Kanones der heiligen römischen Kirche.

Er präsidierte das für Spanien berühmteste Vierte Toletanische Konzil. Nach der öffentlichen Ankündigung seines Todes und der bevorstehenden sarazenischen Verwüstung ging er um das Jahr 636 in Sevilla zum Herrn ein, nachdem er die Kirche etwa 40 Jahre lang geführt hatte.

 

Mit grosser Hartnäckigkeit hat er die in Spanien unter den Gothen grassierende arianische Ketzerei bekämpft und wurde deswegen von den Häretikern beinahe umgebracht.

Als Bischof war er mild und konstant, dass keine Zunge es beschreiben könnte. Nach Errichtung von Klöstern und Kollegien widmete er sich selber dem geistlichen Nachwuchs, zu dem Hildefons von Toledo und Braulio von Caesaraugusta zählten. Auf dem Konzil von Sevilla bezwang er die Spanien bedrohende Akephalenbewegung.

Kaum 16 Jahre nach seinem Tod befanden 52 Bischöfe, darunter Hildefons, auf dem Konzil von Toledo, dass der einstige Prälat zu Recht als herausragender Doktor und der Kirche jüngste Zier genannt werden verdient. Der heilige Braulio verglich ihn nicht nur mit dem Papst Gregor, sondern befand ihn auch als würdigen Ersatz des Apostels Jakob zur Erleuchtung der spanischen Lande vom Himmel gegeben.

 

Der heilige Isidor ist das ewige Kirchenlicht als Unterpfand der Auferstehungsgnade. Deren glaubensspendende Wirkung ist Gegenstand der mystagogischen Schriften des am 4. April verstorbenen Kirchenlehrers Ambrosius. Konkret verteilt wurden sie vom heiligen Papst Marcel, Stationsheiliger an diesem Passionsmittwoch.

  
 
Leo der Grossesiehe bei den Päpsten
  
 

Namen

Historischer, liturgischer und mystischer Kontext

Anselm von Canterbury

21. April, entspricht etwa Station 66

 

Lesung Apokalypse 15,2-3, 5-8;16, 2-7            (über die Passionswahrheit)

 

Evangelium Joh 16,16-22  (vom Martyrersonntag)

 

Der heilige Anselm aus dem Aostatal verkörpert das rechte Verständnis vom göttlichen Geheimnis. Seine Statue steht im Garten des homonymen Benediktinerklosters in Rom.

Papst Gregor VII. vertraute ihm in schwieriger Zeit seine persönliche Sorge und die Not der Kirche zum Gebet an.

An katholischer Lehre verteidigte der heilige Anselm vor allem in Bari die Lehre vom simultanen Hervorgang des Heiligen Geistes aus Vater und Sohn. Dabei geht es um die Stellung des göttlichen Wortes im Schosse des Vaters.  Das Wort ist des Vaters ego. Dieses Geheimnis kommt auch in den Abschiedsreden vor, wo der Heiland auf zwei Ebenen gleichzeitig spricht. Speziell am dritten Ostersonntag fragten die Jünger: was meint er damit ? In kurzer Zeit weggehen und wiederkommen. Jesus geht in der Herrlichkeit zum Vater und die Apostel kommen in der Herrlichkeit zu den Jüngern.

Der gleichentags zelebrierte heilige Kapuziner-pförtner Konrad von Altötting bringt das Geheimnis auf den Punkt: der betende Mensch tritt durch die Passion des Glaubens in den Himmel ein. Christus kommt herab uns den Himmel zu öffnen, auch der Papst ist dieser Wahrheit unterworfen. Wenn gerade der heilige Gregor VII. um das Gebet des Anselm bittet so um darzutun dass die Absolutionsgewalt (Canossa) in der Wahrheit Gottes begründet ist; welche in Knechtsgestalt durch die Zeit wandelt. Ich gehe zum Vater und komme wieder und eure Freude wird niemand nehmen. In Anselm sehen wir die Glaubensgestalt der Kirche auf dem Fundament der göttlichen Gnade, welche auch den Apostel Johannes am Ostermittwoch sagen lässt: der Herr ist da, deshalb kann Petrus fischengehen wollen. Die 153 Fische im Netz symbolisieren den Eintritt der Seelen in den Glauben der Kirche.

Der heilige Anselm ist der zweite (und wichtigste) benediktinische Kirchenlehrer und teilt mit Gregor dem Grossen und Beda dem Ehrwürdigen die Sorge um die Ueberlieferung: Anselm durch den authentischen Glaubensempfang, Gregor durch die authentische Pflege und Beda durch die autorisierte Präsentation. Alles ein Geheimnis des Heilandes in der apostolischen Gestalt.

Für das geistliche Leben: das Gottesbild ist ein Verständnis des leidenden Heilandes und wird uns vom Heiligen Geist geschenkt, der Gott ist und in der Knechtsgestalt seine Herrlichkeit entfaltet.

 

Am 21. (April) gefeiert, sind Anselm und Konrad mit der heiligen Agnes verwandt, welche die Kirche als Glaubenspforte symbolisiert (Zahl 21), ihr Name bezeichnet das Glorienlicht des Oster-lammes. Die Kirche ist die Mutterpforte, in welcher Gott wohnt (Anselm) und arbeitet (Konrad). Am 21. Juli, 3 Monate später, steht der einzige Kapuziner unter den Kirchenlehrern auf dem Kalender: Laurentius von Brindisi, welcher als Bussheiliger ebenfalls für den Eintritt in das ewige Leben besorgt war.

Die Benediktiner zeigen die Osterglorie und die Kapuziner die Passion Christi.

 

Der frühere Bischof von Sitten, Mgr Nestor Adam (1903-1990, Ordinarius 1952-1976), und der frühere Bischof von Chur, Mgr Wolfgang Haas, haben beide über den heiligen Anselm ihre akademischen Sporen abverdient. Der aus Etroubles stammende Bernhardiner Propst und Sittener Bischof war geographisch ein Bruder des heiligen Anselm. Bischof Haas hat über die hermeneutischen Prinzipien der Scholastik geschrieben. Eine Nase haben für übernatürliche Zusammenhänge: wie erkenne ich Gottes Werk.

  
  
 

Namen

Historischer, liturgischer und mystischer Kontext

Petrus Canisius

27. April

vgl. Peter von Verona

Evangelion Johannes 10,1-10 (Station 76)

 

Ich gehe vor meinen Schafen her. Der heilige Petrus Canisius lebt die ferveur pour la papauté. Das Interesse für den Glauben der Väter zeigt sich in der demütigen Sorge um die wahre Freude der Gotteskinder. Vgl. Muttergottes vom Guten Rat.

Er war zweimal am Konzil von Trient und hat über 40 Jahre lang die Brüder in den deutschen Landen besucht; in diesem Bemühen ist er ein Vorfahre und Gesinnungsgenosse des heiligen Bischofs und Kirchenlehrers Franz von Sales.

Geboren im Jahr 1517 der Lutherrevolution wurde er bald Jesuit und zweiter Apostel Deutschlands. Gestorben am 21. Dezember 1597 in Freiburg.

Das Todesdatum am liturgischen Tag des heiligen Thomas verweist auf die twinship des Glaubens; "der Glaubende ist nie allein" betonte der neue Heilige Vater Benedikt XVI in seiner Antritts-predigt. Gehen wir mit Ihm sterben, sagte der Apostel Thomas zu seinen Brüdern: schauen wir die Herrlichkeit des Vaters in der Auferstehung von den Toten.

Der heilige Petrus Canisius ist das Modell der Diakone: Darstellung von Vaters Herrlichkeit, der treue Diener der katholischen Kirche als wahrhaftiges Evangelion: Speise für die Armen.

 

Der heilige Petrus Canisius ist der zweite und zeitgleiche Kirchenlehrer des Jesuitenordens; auch der heilige Robert Bellarmin hat die twinship in der geistlichen Begleitung des jesuitischen Studentenpatrons Alois von Gonzaga  praktiziert. Was nützt es dir wenn du sagst, Glauben zu haben und die Werke fehlen ? Das erste Werk im Sinne von Psalm 40 ist die katechetische Unterweisung und die Sorge um das ewige Leben; dafür muss der Apostel selber die Osterwahrheit getrunken haben.

Das ist mein Blut, das für euch und für viele vergossen wird. Das übernatürliche moment im Kirchenlehrer Petrus Canisius ist die österliche untötliche Sendung zu den Brüdern des eigenen Stammes. Das zeigt sich liturgisch in der Messe, wo der Priester (und nicht Bischof) das Opferlamm symbolisiert. Der katholische Eucharistieglaube ist das Tor zu den Schafen und zur eigenen Rettung.

Der heilige Petrus Canisius ist liturgisch und historisch der letzte Kirchenlehrer mit Namen des Apostelfürsten. Auch der liturgisch erste Petrus Chrysologos und der Kamaldulenser Mönch Petrus Damiani wirkten im katechetischen Bereich. Was ist Glaube ? Die Darstellung des eigenen Lebens im Osterlicht.

Der heilige Petrus Canisius steht mitten in einer Viermonateserie mit dem Apostel Johannes und dem heiligen Joseph von Calasanz. Johannes der Evangelist glänzte in der Betrachtung des Herzens Jesu und der Spanier Joseph von Calasanz führte 52 Jahre lang die Kinder in der ewigen Stadt zur Schule. Der heilige Petrus Canisius praktiziert die Botschaft (von der begnadeten Natur, vgl. Chrysologus und Chalcedon) und Joseph von Calasanz holt die Gotteskinder zur geistlichen Unterweisung. Aussprechen der empfangenen Wahrheit ist das apostolische Moment der Tage 27. Twinship: Koexistenz von Ostern und Weihnachten im katholischen Eucharistie-glauben.

 

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